Hüft-TEP-Zugänge: früh kleine Unterschiede, jeder mit eigenem Risiko
In zwei RCTs dauerte die OP mit direkt anteriorem Zugang länger; gegenüber direkt lateral brauchten Patienten früh weniger Morphin (Median 140 vs. 175 mg), hatten aber in 5 Jahren 7 von 50 zugangsbedingte Komplikationen (lateral: keine). Im Register war eine Luxationsrevision lateral seltener als posterior.
- Begrenzte Evidenz
- Synthese aus 4 Studien
- Brismar 2018 (RCT) · Bon 2019 (RCT) · Thoen 2022 (Register) · Mjaaland 2019 (RCT)
Von Viktor Bossert · Veröffentlicht am 21. Oktober 2026
Unterscheiden sich die Zugänge in den ersten Tagen?
Rund um die OP: Morphin, OP-Zeit und Liegedauer
Median bzw. Mittelwert je Gruppe aus zwei RCTs; Bon mit 95%-KI
In den ersten 3 Tagen brauchten Patienten nach direkt anteriorem Zugang weniger Morphin als nach direkt lateralem (Median 140 vs. 175 mg; Brismar).
- DAAdirekt anterior
- PAposterior
- DLAdirekt lateral
- In den ersten 3 Tagen brauchten Patienten nach direkt anteriorem Zugang weniger Morphin als nach direkt lateralem (Median 140 vs. 175 mg; Brismar).
- Am dritten Tag waren sie im Timed-up-and-go-Test 6 Sekunden schneller (unverblindet gemessen). Nach 1 und 5 Jahren gab es keine klinisch relevanten Unterschiede.
- Die OP dauerte mit direkt anteriorem Zugang in beiden RCTs länger: 101 vs. 80 Minuten (Median, Brismar) und 70,1 vs. 56,7 Minuten (Mittelwert, Bon).
- Gegenüber direkt lateral blieben sie im Median eine Nacht kürzer (3 vs. 4), gegenüber posterior war die Liegedauer ähnlich (2,84 vs. 2,8 Tage).
- Beide RCTs sind klein (je 100 ausgewertete Patienten). Schmerz und Fragebögen wurden unverblindet erhoben und sind deshalb nicht gezeigt.
Daten als Tabelle
| Faktor | Maß | DAA | PA | DLA | Besser | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Morphin in 3 Tagen (Tag 1 bis 3) | Median, mg | 140 | – | 175 | niedriger | Brismar 2018 (RCT) |
| OP-Zeit gegen DLA (Schnitt bis Naht) | Median, Minuten | 101 | – | 80 | niedriger | Brismar 2018 (RCT) |
| OP-Zeit gegen PA (intraoperativ) | Mittelwert, Minuten | 70,1 (66,99–73,25) | 56,7 (53,35–60,05) | – | niedriger | Bon 2019 (RCT) |
| Nächte in der Klinik gegen DLA (stationär) | Median, Nächte | 3 | – | 4 | niedriger | Brismar 2018 (RCT) |
| Liegedauer gegen PA (stationär) | Mittelwert, Tage | 2,84 (2,48–3,2) | 2,8 (2,29–3,31) | – | niedriger | Bon 2019 (RCT) |
Unterscheiden sich die Zugänge bei den Komplikationen?
Komplikationen, Luxationsrevision und Trendelenburg-Zeichen
Anteile (RCTs) und Hazard Ratio gegenüber posterior (Register)
Mit direkt anteriorem Zugang: 7 von 50 als zugangsbedingt gewertete Komplikationen in 5 Jahren (lateral: keine), Neurapraxie bei 16 % (posterior: keiner).
- DAAdirekt anterior
- PAposterior
- DLAdirekt lateral
- ALAanterolateral
- Mit direkt anteriorem Zugang: 7 von 50 als zugangsbedingt gewertete Komplikationen in 5 Jahren (lateral: keine), Neurapraxie bei 16 % (posterior: keiner).
- Im Register war eine Luxationsrevision nach lateralem (HR 0,59) und anterolateralem Zugang (0,49) seltener als nach posteriorem; direkt anterior: nicht gesichert.
- Nach direkt lateralem Zugang zeigte sich häufiger ein Trendelenburg-Zeichen nach 24 Monaten: 16 % vs. 1 % nach direkt anteriorem (Mjaaland 2019).
Daten als Tabelle
| Faktor | Maß | DAA | PA | DLA | ALA | Besser | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zugangsbedingte Komplikationen (5 Jahre) | Anteil, % | 14 | – | 0 | – | niedriger | Brismar 2018 (RCT) |
| Neurapraxie des Hautnervs (bis 3 Monate) | Anteil, % | 16 | 0 | – | – | niedriger | Bon 2019 (RCT) |
| Revision wegen Luxation (≤ 1 Jahr) | HR, adjustiert | 0,8 (0,55–1,16) | Referenz | 0,59 (0,48–0,72) | 0,49 (0,35–0,68) | niedriger | Thoen 2022 (Register) |
| Trendelenburg positiv (24 Monate) | Anteil, % | 1 | – | 16 | – | niedriger | Mjaaland 2019 (RCT) |
Die Zahlen
- Morphin, OP-Zeit und Klinik-Nächte, DAA vs. direkt lateral (Median)
- 140 vs. 175 mg; 101 vs. 80 Minuten; 3 vs. 4 Nächte
- Fundstelle: Brismar 2018, Table 2„Operation time (min) 101 (87–112) 80 (71–86) < 0.001 … Morphine consumption (mg) 3 days 140 (110–197) 175 (140–234) 0.02 … Postoperative hospital nights 3 (3–4) 4 (3–5) 0.006“
- Nach 1 und 5 Jahren
- keine klinisch relevanten Unterschiede
- Fundstelle: Brismar 2018, Abstract (Results)„No clinically relevant differences between groups in pain, hip function, or quality of life were seen at 1 or 5 years.“
- Timed-up-and-go-Test am dritten Tag
- 6 Sekunden schneller mit DAA
- Fundstelle: Brismar 2018, Results„The DA group performed TUG 6 seconds faster than the DL group at 3 days postoperatively. There were no clinically relevant differences between groups at any other time point (Figure 2).“
- Zugangsbedingte Komplikationen über 5 Jahre
- 7 vs. 0
- Fundstelle: Brismar 2018, Results„At 5-year follow up 7 surgical approach related complications had appeared in the DA group, but none in the DL group (p = 0.01).“
- OP-Zeit und Liegedauer, DAA vs. posterior (Mittelwert)
- 70,1 vs. 56,7 Minuten; 2,84 vs. 2,8 Tage
- Fundstelle: Bon 2019, Abstract (Results)„Hospital stay was comparable between groups: PA, 2.8±1.78 days [range, 2.29-3.31 days]; AA, 2.84±1.25 days [range, 2.48-3.2 days] (p=0.8). Operative time was significantly longer in AA: 70.1±11 minutes vs. 56.7±11.79 (p<0.0001).“
- Neurapraxie des N. cutaneus femoris lateralis
- 16 % (8 von 50) vs. 0
- Fundstelle: Bon 2019, Table 5 des Autorenmanuskripts„Neurapraxia of lateral cutaneous nerve of hip 0 8 (16%) 0.0058“
- Revision wegen Luxation ≤ 1 Jahr vs. posterior
- HR 0,59 (DLA), 0,49 (ALA), 0,80 (DAA)
- Fundstelle: Thoen 2022, Results und Table 2„Both anterolateral (HR 0.5, CI 0.4–0.7) and lateral (HR 0.6, CI 0.5–0.7) approaches were associated with a reduced risk compared with the posterior approach. However, the direct anterior approach (HR 0.8, CI 0.6–1.2) was not associated with a reduced risk compared with the posterior approach.“
- Trendelenburg-Zeichen nach 24 Monaten
- 16 % (DLA) vs. 1 % (DAA)
- Fundstelle: Mjaaland 2019, Abstract„A higher proportion of patients had a persistently positive Trendelenburg test 24 months after surgery in the lateral approach than the direct anterior approach (16% [12 of 75] versus 1% [one of 79]; odds ratio, 15; p = 0.001).“
Was die Studien zeigen – und was nicht
Im RCT von Brismar dauerte die OP mit direkt anteriorem Zugang länger als mit direkt lateralem; dafür brauchten die Patienten in den ersten drei Tagen weniger Morphin, waren am dritten Tag im Gehtest schneller und blieben im Median eine Nacht kürzer in der Klinik. Weniger Schmerz und eine bessere Hüftfunktion nach 8 Wochen berichteten die Autoren ebenfalls; diese Werte wurden unverblindet erhoben, haben ein hohes Verzerrungsrisiko und sind deshalb nicht gezeigt. Nach 1 und 5 Jahren gab es keine klinisch relevanten Unterschiede. Nach direkt anteriorem Zugang werteten die Autoren 7 von 50 Komplikationen als zugangsbedingt, nach direkt lateralem keine, und vermuten eine Lernkurve. Gegenüber dem posterolateralen Zugang dauerte die OP im RCT von Bon ebenfalls länger, die Liegedauer war ähnlich, und 16 % hatten eine Neurapraxie des seitlichen Hautnervs am Oberschenkel (posterior: keiner). Den Gang maß Bon erst ab der 3. Woche und ohne Patienten, die noch Gehhilfen brauchten; ein Unterschied zeigte sich nicht. Für seltene Ereignisse wie Luxationen sind die RCTs zu klein: Im norwegischen Register ist eine Revision wegen Luxation im ersten Jahr nach lateralem und anterolateralem Zugang seltener als nach posteriorem, ein Zusammenhang aus Beobachtungsdaten. Nach direkt lateralem Zugang zeigte sich im RCT von Mjaaland häufiger ein Trendelenburg-Zeichen, ein Hinweis auf geschwächte Abduktoren; dort traten schwere Nervenläsionen nur nach direkt anteriorem Zugang auf. Jeder Zugang hat damit ein eigenes Profil; Erfahrung der Operierenden und Lernkurven bilden die Daten nur unvollständig ab.
Evidenzprofil
Eigene Einschätzung, die Autoren geben kein GRADE an. Die gezeigten Unterschiede tragen zwei kleine RCTs mit einigen Bedenken im Verzerrungsrisiko; selbst angegebene Endpunkte wie Schmerz haben dort ein hohes Verzerrungsrisiko und sind nicht gezeigt. Die Luxationsdaten sind Beobachtungsdaten aus einem Register, das Trendelenburg-Ergebnis stammt aus einem einzelnen RCT. Keine Übersichtsarbeit zu den Zugängen erreichte nach AMSTAR 2 mehr als „kritisch niedrig“.
- RoB 2 · Eigene Einschätzung
- einige Bedenken (OP-Zeit, Morphin, Liegedauer, Komplikationen); hoch für Schmerz und Fragebögen
- Computer-Randomisierung mit versiegelten, fortlaufend nummerierten Umschlägen einer unabhängigen Person; Patienten und Behandelnde unverblindet (die Narbe verrät den Zugang); Komplikationen per Befragung erfasst und von den Operateuren als zugangsbedingt eingestuft; nach 5 Jahren 87 von 100 nachuntersucht; kein Studienregister
Einbezogene Studien · zusammen 112.083 Teilnehmende bzw. Fälle
- Brismar 2018 (RCT)Hauptquelle
Randomisierte kontrollierte Studie (RCT) · 100 randomisiert (je 50); 99 nach 8 Wochen und nach 1 Jahr, 87 nach 5 Jahren vollständig nachuntersucht
- Bon 2019 (RCT)Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
108 randomisiert (je 54), 100 ausgewertet (je 50): 7 ohne Kontrolle nach 3 Wochen (4 + 3), 1 wegen Frühinfekt ausgeschlossen · DAA gegen posterolateralen Zugang (nach Moore): OP-Zeit, Liegedauer, Neurapraxie des N. cutaneus femoris lateralis; Gang per Akzelerometrie nach 3, 6 und 12 Wochen
RoB 2: einige Bedenken (OP-Zeit, Liegedauer, Neurapraxie); hoch für den Gang (Eigene Einschätzung)
- Thoen 2022 (Register)Registerstudie (Norwegisches Endoprothesenregister)
111.711 primäre Hüft-TEP (2005–2019) · Revision wegen Luxation im ersten Jahr je Zugang (direkt anterior, lateral, anterolateral, posterior), adjustiert für Alter, Diagnose, Voroperationen und Zeitraum
- Mjaaland 2019 (RCT)Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
164 randomisiert, 154 nach 2 Jahren nachuntersucht · Trendelenburg-Zeichen (Hinweis auf Schwäche der Abduktoren) nach 24 Monaten, direkt anterior vs. direkt lateral; Nervenläsionen
RoB 2: einige Bedenken (Eigene Einschätzung)
Hauptquelle im Detail
- Studientyp
- Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
- Teilnehmende
- 100 randomisiert (je 50); 99 nach 8 Wochen und nach 1 Jahr, 87 nach 5 Jahren vollständig nachuntersucht
- Population
- Hüftarthrose mit Indikation zur Hüft-TEP, Karolinska-Universitätsklinik Huddinge, November 2006 bis April 2008; Median-Alter 66 bzw. 67 Jahre, 65 von 100 Frauen (32 + 33); zementfreie Implantate, zwei Operateure
- Intervention / Exposition
- Minimal-invasiver direkt anteriorer Zugang (DAA), Einschnitt-Technik
- Vergleich
- Direkt lateraler transglutealer Zugang (DLA)
- Endpunkt
- Schmerz (VAS) in den ersten Tagen (primär), Timed-up-and-go-Test, 10-m-Gehtest, Harris Hip Score, EQ-5D, OP-Zeit, Klinik-Nächte, Morphinverbrauch, Komplikationen
- Dauer / Nachbeobachtung
- 5 Jahre (Kontrollen nach 3 Tagen, 8 Wochen, 1 und 5 Jahren)
- Finanzierung
- Laut Artikel ohne Auflagen von Stryker gefördert, dem Hersteller der verwendeten Implantate
- Interessenkonflikte
- Laut Artikel keine
Stärken
- Brismar: Computer-Randomisierung mit verdeckter Zuteilung, 99 von 100 nach 1 Jahr nachuntersucht, 5 Jahre Nachbeobachtung, Volltext frei
- Bon: ein Operateur, Gang objektiv per Akzelerometrie gemessen, Autorenmanuskript frei
- Großes nationales Register mit adjustierter Analyse für das seltene Ereignis Revision wegen Luxation
- Untersucher-verblindeter RCT mit 94 % Nachuntersuchung nach 2 Jahren für die Abduktorenfunktion
Grenzen
- Kleine RCTs an je einem Zentrum; bei Brismar wussten Patienten und Behandelnde, wie operiert wurde, bei Bon ist keine Verblindung beschrieben
- Brismar: Komplikationen per Befragung erfasst und von den Operateuren als zugangsbedingt gewertet, darunter eine Iliopsoaszyste und eine Revision wegen Pseudotumor; nur die Instabilitäten (4 von 50 vs. 0 von 50) waren für sich nicht signifikant; typische Folgen des lateralen Zugangs wie Hinken wurden nicht systematisch erfasst
- Brismar von Stryker gefördert; operiert 2006 bis 2008, als der direkt anteriore Zugang noch wenig verbreitet war (laut Autoren womöglich noch Lernkurve); kein Studienregister genannt
- Vergleichszugänge unterscheiden sich: direkt lateral (Brismar, Mjaaland), posterolateral (Bon), im Register alle vier
- Bon: Patienten, die noch Gehhilfen brauchten, wurden von der Ganganalyse ausgeschlossen
- Liegedauern hängen vom Versorgungssystem ab; Brismar zählt Nächte und rechnet bei Verlegung in die Reha 3 Tage hinzu
- Register erfasst die Revision wegen Luxation, nicht jede Luxation; nicht adjustiert für BMI und Erfahrung der Operierenden
- Abduktorenfunktion nur indirekt über das Trendelenburg-Zeichen und nur für DAA und DLA; Kraft wurde nicht direkt gemessen
Methodik
Themen-Synthese aus vier Quellen, nichts selbst gepoolt. Zuerst wurde nach einer Vergleichsarbeit gesucht: Keine der 30 geprüften systematischen Übersichten und Netzwerk-Metaanalysen zu den Zugängen erreichte nach AMSTAR 2 mehr als „kritisch niedrig“ (unter anderem fehlte überall die Liste der ausgeschlossenen Volltexte). Deshalb tragen RCTs die frühen Faktoren, und zwar nur Endpunkte ohne hohes Verzerrungsrisiko (selbst angegebener Schmerz und Fragebögen sind nicht gezeigt): Brismar 2018 (DAA gegen direkt lateral, Volltext) und Bon 2019 (DAA gegen posterolateral, Autorenmanuskript). Das Norwegische Endoprothesenregister liefert die Revision wegen Luxation (adjustierte Hazard Ratios, Table 2), Mjaaland 2019 das Trendelenburg-Zeichen (Abstract). Jede Zahl stammt unverändert aus ihrer Quelle; selbst gerechnet sind nur einfache Umrechnungen und Summen mit Rechenweg (7 von 50 = 14 %, Frauen 32 + 33, Ausfälle bei Bon 4 + 3 + 1). Werte verschiedener Studien stehen nie auf einer gemeinsamen Achse.
Quellen
Brismar BH, Hallert O, Tedhamre A, Lindgren JU. Early gain in pain reduction and hip function, but more complications following the direct anterior minimally invasive approach for total hip arthroplasty: a randomized trial of 100 patients with 5 years of follow up. Acta Orthopaedica 2018;89(5):484–489. doi:10.1080/17453674.2018.1504505 · PMID 30350758 · PMC6202757 · Open Access (Lizenzangabe widersprüchlich (Text: CC BY-NC, Link: CC BY 4.0); vorsichtshalber als CC BY-NC behandelt)
Bon G, Kacem EB, Lepretre PM, … Dehl M, Gabrion A. Does the direct anterior approach allow earlier recovery of walking following total hip arthroplasty? A randomized prospective trial using accelerometry. Orthopaedics & Traumatology: Surgery & Research 2019;105(3):445–452. doi:10.1016/j.otsr.2019.02.008 · PMID 30853454 · Open Access (Autorenmanuskript frei (HAL hal-02477259, CC BY-NC 4.0); Verlagsfassung im Elsevier Open Archive)
Thoen PS, Lygre SHL, Nordsletten L, … Hallan G, Röhrl SM. Risk factors for revision surgery due to dislocation within 1 year after 111,711 primary total hip arthroplasties from 2005 to 2019: a study from the Norwegian Arthroplasty Register. Acta Orthopaedica 2022;93:593–601. doi:10.2340/17453674.2022.3474 · PMID 35770369 · PMC9244827 · Open Access (CC BY-NC 4.0)
Mjaaland KE, Kivle K, Svenningsen S, Nordsletten L. Do Postoperative Results Differ in a Randomized Trial Between a Direct Anterior and a Direct Lateral Approach in THA?. Clinical Orthopaedics and Related Research 2019;477(1):145–155. doi:10.1097/CORR.0000000000000439 · PMID 30179928 · PMC6345297 · Volltext beim Verlag (Abo) · Fragen zur Quelle: Kontakt
Prüfprotokoll
Recherchiert am 20. Oktober 2026. Unabhängige Zweitprüfung aller Zahlen am 20. Oktober 2026: korrigiert.
- Hauptquelle Taunton 2018 nach RoB 2 „hoch“ ausgeschlossen (ungleich verteilte Ausfälle nach der Randomisierung, keine Auswertung nach Zuteilung; NICE: sehr hohes Verzerrungsrisiko) und durch Brismar 2018 ersetzt
- Bon 2019: 108 randomisiert (nicht 100), 100 ausgewertet; ± ist die SD, die Klammerwerte sind 95%-KI; Finanzierung und Interessenkonflikte aus dem Autorenmanuskript ergänzt
- Kernaussage, Schritte und Einordnung: jeder Befund der Studie zugeordnet, aus der er stammt; „gleich“ durch „vergleichbar“ bzw. „ähnlich“ ersetzt
- Leitlinie: Bei NICE meint „anterolateral“ den Zugang nach Hardinge (hier direkt lateral); „mangels Evidenz“ durch „wegen begrenzter Evidenz“ ersetzt
- Mjaaland 2019: Interessenkonflikte nicht verifizierbar und als nicht geprüft markiert; Angabe zum Zuteilungsverfahren ohne prüfbare Quelle gestrichen; DLA ohne Eponym, weil Thoen den Zugang nur „direct lateral“ nennt
- Leitfragen ohne vorausgesetzten Unterschied formuliert
- Datenabgleich: Leitlinientext (Trendelenburg-Vergleich mit direkt anterior, nicht posterior; „anterolateral“ laut Evidenzbericht vor allem Hardinge), Verblindung je Studie, „Revision wegen Luxation“ statt „Luxation“, VAS in mm, Rechenwege für selbst gezählte Werte, Bon-Bewertung je Endpunkt
- Zweitprüfung der neuen Fassung: Brismar für Schmerz und Fragebögen RoB 2 hoch (unverblindet); diese Endpunkte aus Grafik, Kennzahlen und Kernaussage genommen und durch den Morphinverbrauch ersetzt; Registerschritt um das Ergebnis für direkt anterior ergänzt; absolute Registerzahlen als n von N statt Tabellenprozent; Komplikationen als „von den Autoren als zugangsbedingt gewertet“; Bon-Bewertung um ungleich verteilte Implantate ergänzt
- Taunton 2018 (Clin Orthop Relat Res) nicht verwendet: RoB 2 hoch für alle Endpunkte, weil 15 von 116 Randomisierten danach ungleich verteilt ausschieden (laut NICE-Evidenzbericht 4 vs. 11) und nur 101 ausgewertet wurden; die Studie fand bei den Komplikationen keinen Unterschied (8 % vs. 10 % gegenüber mini-posterior)
- Reichert 2018 (BMC Musculoskelet Disord) nicht verwendet: ungleiche Ausfälle (laut NICE-Evidenzbericht 4 vs. 21 von 148); Cao 2020 (J Orthop Surg Res) nicht verwendet: im Methodenteil als Kohortenstudie bezeichnet, unverblindet, auffällig kleine Streuungen
- Brismar 2018: Die Legende von Figure 3 nennt für die DAA-Gruppe nach 8 Wochen einen niedrigeren Harris Hip Score, Abbildung, Abstract und Text einen höheren (nicht gezeigt, weil selbst angegebene Anteile ein hohes Verzerrungsrisiko haben)
- Bon 2019: Abstract nennt die 95%-KI der Liegedauer „range“ und 100 Randomisierte; laut Autorenmanuskript (Table 2, CONSORT-Diagramm) sind es 95%-KI und 108 Randomisierte, davon 100 ausgewertet
- Mjaaland 2019: Volltext in PMC frei lesbar, aber maschinell nicht abrufbar; Interessenkonflikte und Zuteilungsverfahren daher nicht geprüft
- Gemessene Abduktorenkraft (Rosenlund 2016) nicht verwendet: nur Abstract frei, Richtung des Effekts nicht eindeutig
- Bon 2019: Die Diskussion des Manuskripts nennt die OP-Zeit beim anterioren Zugang „shorter“, Results, Table 2 und Abstract „longer“; gezeigt wird Table 2
- Brismar 2018: Die Autoren nennen 4 Komplikationen „directly related to instability“; ihre Einzelaufzählung enthält 5 Luxations- oder Instabilitätsereignisse (darunter eine Luxation nach 22 Monaten mit späterer Revision wegen Pseudotumor)
- Brismar et al. 2018, Acta Orthop (Volltext, Europe PMC)
- Bon et al. 2019, Orthop Traumatol Surg Res (Abstract, PubMed)
- Bon et al. 2019, Autorenmanuskript (HAL hal-02477259)
- Thoen et al. 2022, Acta Orthop (Volltext, Europe PMC)
- Mjaaland et al. 2019, Clin Orthop Relat Res (Abstract, PubMed)
- Registereintrag NCT01578746 (Mjaaland)
- NICE NG157 (2020), Empfehlungen
- NICE NG157, Evidenzbericht M (Zugänge bei Hüft-TEP)
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